Leserbrief : Bürgerbeteiligung

Zur Zeit ruft die Stadt mit großem Aufwand zu einer Bürgerbeteiligung für den Anlagenpark auf. Eine Bürgerbeteiligung muss laut Handbuch der Stadt frühzeitig „in einem dialogischen Prozess“ stattfinden. Beim Anlagenpark sind aber bereits die Bäume gefällt und die wesentlichen Veränderungen „festgezurrt“ worden.Diese Aktion gleicht eher einer Werbeveranstaltung. Wieso wird erst jetzt bemerkt, dass „der Anlagenpark ein Herzstück des öffentlichen Raums ist mit großer Bedeutung für Tübingen“? Jetzt, nachdem Fakten geschaffen sind, dürfen die Bürger „gefällt mir“-Kreuzchen machen; ablehnen geht nicht! Die Meinung der Bürger interessiert nicht, Zustimmung ist gefragt.Wenn 1500 Bürger bei einer Befragung durch Pro Arbore die Pläne der Stadt ablehnen, sieht OB Palmer darin einen überflüssigen “Symbolkonflikt“. Wenn sich bei der letzten breiten Bürgerbeteiligung 2007 die Bürger für eine Instandsetzung des Parks aussprechen, übergeht er dieses Ergebnis. Er ließ stattdessen den Park “verlottern“, um ihn um so leichter zu einem Ort für Events, Spiel und Spaß umformen zu können.Damals hieß es, die Bürger seien die Experten für den Park. Heute sitzen die Experten in einem Planungsbüro und wollen Tübingen mit einem modernen, multifunktionalen Park beglücken. Sie interessiert weder die Geschichte der Stadt, noch das schützenswerte Stadtensemble.Die Verwaltung sollte auf die Bürger hören, Sie haben den Wert des Parks als Ort der Ruhe und Erholung schon frühzeitig erkannt- nicht erst jetzt zu Corona-Zeiten. Marlies Busch Tübingen

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